Kinga Dunikowski (1974) gehört zu den interessantesten Newcomern der Kunstszene. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Realität und Fiktion. Situationen, die aus gegebeber Realität, fertigen Elementen und Strategien aus Werbung und Film zusammengesetzt werden, gewinnen dank künstlerischer Illusion an Suggestivität. Das Publikum wird dabei oft zum Bestandteil der Installation.
Kinga Dunikowski studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Anglistik an der Friedrich-Wilhelms Universität in Bonn (1994–95) und Freie Kunst (1995–2001) an der Kunstakademie Münster bei Reiner Ruthenbeck und Katharina Fritsch. Ihr Werk umfasst Installation, Video, Fotographie, Malerei und Skulptur. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen.
Bei der Galerie brot.undspiele zeigt sie ihre Installation „Knocking on Heaven‘s Door” sowie Fotoarbeiten aus dem Jahr 2004. In „Knocking on Heaven‘s Door” materialisiert Kinga Dunikowski den fiktiven Ort der finalen Wahrheit als Fegefeuer und Himmelspforte, deren raumbeherrschende,
stilisierte Ästhetik sowohl Projektionsflächen als auch ironische Positionen eröffnet.
„Sie richtet James Bond ein kühles Designer-Büro ein – und will selber mitspielen. Deshalb erfindet sie jene konspirative Organisation „Orakel”, deren Leiterin eine unberechenbare Frau „Namens Kinga D.” ist, die „ihre Machenschaften als Kunst bezeichnet” – die Künstlerin an der Schnittstelle von Fiktion und Realität, wo sie einen kaum entwirrbaren Knoten bindet.
Wer will, kann aber auch die narrative, ironische Konsequenz dieser Szenerien als Ganzes akzeptieren. Auch die Entzauberung trägt dann, auf einer anderen Ebene zum Zauber bei. Die Enthüllung zerstört nicht, sondern bricht. Die Desillusionierung denunziert nicht, sondern rundet ab.
Kinga Dunikowski möchte damit erreichen, dass man „sich in der von mir geschaffenen Welt wohl fühlt, sich von ihr einnehmen lässt”. Sie selber steht zwar neben ihren Arbeiten, ohne deshalb, ganz Kind von Baudrillards Epoche der Simulation, außerhalb der Welt, aus der sie stammen, zu stehen. Entscheidend ist der Schwebezustand: dass der changierende Blick ins Offene geht.
Ein Anflug von Poesie, der James Bond, Schlägerträume und künstliche Paradiese gerade dadurch überhaucht, dass er ihnen ihre Illusionen gleichzeitig gibt und nimmt.
Die lächelnde Antwort einer jungen Generation auf Adornos grimmiges Verdikt und über die Kulturindustrie?“
Aus: Kinga Dunikowski – All the critics will love you in New York | Wewerka Pavillon | Münster 2001 | Manfred Schneckenburger
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