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brot.undspiele galerie präsentiert

spl.05

Roland Wirtz »IMMEDIATUS«

spiel.27
Vernissage: 30.10.2009 ab 19 Uhr
Dauer: 31.10.–14.11.2009
Öffnungszeiten: Di–Sa 15–19 Uhr

»IMMEDIATUS«

Roland Wirtz Arbeiten als Fotografie zu beschreiben, greift nach heutigen Maßstäben eindeutig zu kurz. Im Zeitalter des Digital-Imaging schafft er physische Zeugnisse von Ereignissen und Orten und erschließt mit seiner Vorgehensweise ein semiotisches Grenzgebiet zwischen Film, Foto, Skulptur und Denkmal. 

Mit Hilfe einer selbst konstruierten Kamera werden Ereignisse und Orte direkt auf das 2,20 x 1,27 m große Fotopapier belichtet. Kein Negativ, keine digitale Nachbearbeitung, kein zweiter Versuch, keine Kopien. 

Roland Wirtz nähert sich in seinen neuen Arbeiten mittels seines fotografischen Prinzips der Unmittelbarkeit Orten im Übergang zwischen realer Existenz und Mythos. So hat Wirtz in einer der im Rahmen von spl.05 > »immediatus« präsentierten Arbeiten, exakt vor einem Jahr am 30.10.2008, die letzten Flugstunden des letzten Flugtages am Berliner Flughafen Tempelhof im wahrsten Sinne des Wortes festgehalten.

Die Unmittelbarkeit der Bildentstehung macht aus diesem „letzten Foto“ des aktiven Flughafens mehr als ein Bild, es wird zum physischen Abbild des historischen Geschehens. Denn die reflektierten und emittierten Photonen der Positions- und Signallichter von Flugzeugen, Start-/Landebahn und Flughafenbeleuchtung prägten ihr Bild direkt in das am Ort des Geschehens anwesende Papier des Werks. Der Moment schafft somit sein eigenes Monument –  einmalig und unverfälscht. Im Falle des Flughafen Tempelhof, zeigt sich das Geschehen düster atmosphärisch, fast abstrakt.

Das zweite Motiv der Ausstellung widmet sich ebenfalls einem sterbenden Ort. Es zeigt einen der letzten Tage vom Abriss des Palastes der Republik. Doch präsentiert sich der Palast gänzlich anders. Das romantisch anmutende Sujet erinnert viel mehr an  ein Werk Caspar David Friedrichs.

Die immediatus Werke verfügen über eine weitere Gemeinsamkeit mit dem festgehaltenen Geschehen: Die Magie des Bildes lässt sich nur unmittelbar erfahren. Jegliche Art von Vermittlung oder Reproduktionen scheinen wertlos.

Wer die seltene Gelegenheit nicht nutzt diese einmaligen Originale zu sehen, kann höchstens erahnen, was er verpasst. Somit gilt: Be there – or be square!

www.immediatus.de

 

Über uns

Der Name Brot und Spiele stammt von der alten römischen Redensart PANEM ET CIRCENSES. Sie brachte die Idee zum Ausdruck, das Volk mit kostenloser Nahrung und Unterhaltung zu regieren. Die brot.undspiele galerie berlin präsentiert Künstler, deren Arbeiten unkonventionelle Impulse in die Kunst hineintragen. Schwerpunkt sind dabei zeitgenössische Werke der letzten 40 Jahre.

brot.undspiele galerie berlin
Gartenstr. 2
10115 Berlin
Tel.: +49 (0)30 94 88 53 90
info@brot.undspiele.com
http://brot.undspiele.com

 

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